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SPIEL ALS SELBSTZWECK

Darstellendes Spiel ist eine Möglichkeit, subjektive Befindlichkeiten - Gefühle, Träume, Sehnsüchte -, aber auch schwierig zugängliche Realitäten zum Ausdruck zu bringen. Es lebt primär von einer freien Atmosphäre. Die Spielenden brauchen die Gewissheit, dass ihr Spiel in der Gruppe und vor allem bei der Leiterperson in jedem Fall auf Akzeptanz und Interesse stösst. Die erste und wichtigste Aufgabe der Spielleitung besteht demzufolge darin, die Ausdrucksfreiheit aller Spielenden zu schützen, zu stärken und zu fördern. Formale Einschränkungen, objektivierende Kritiken und Anweisungen bezüglich Rollengestaltung, Wahl der darzustellenden Inhalte und der szenischen Umsetzungen wirken dabei in der Regel blockierend.

Oberstes Ziel im Darstellenden Spiel ist daher, die Spielenden dazu zu führen, ihre ganz persönliche Ausdrucksfähigkeit lustvoll zu suchen, zu entdecken und weiterzuentwickeln. Tabuisierungen bestimmter Inhalte, Formen und Ausdrucksvarianten sowie moralisierende Einschränkungen aller Art wirken sich auf das Spiel hemmend aus; sie führen zu erzwungen wirkenden, oberflächlichen, nur illustrierenden Darstellungen. Damit das Selbstbewusstsein bezüglich der eigenen darstellerischen Fähigkeiten wachsen kann, gilt der Grundsatz, dass im Spiel alles möglich sein kann und muss. Wer eine Gruppe dazu führen möchte, auch sensible, persönliche und differenzierte Inhalte darzustellen, muss zu Beginn eines Prozesses auch Undifferenziertes und Grobes akzeptieren.
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PRODUKTORIENTIERTES SPIEL

Grundsätzlich gilt: Spielen ist eine anspruchsvolle, fordernde Tätigkeit, die ihren Sinn in sich selbst hat. Dies schliesst aber nicht aus, dass Spielprozesse und darstellerische Leistungen auch dort einen zentralen Stellenwert einnehmen können, wo produktorientiert gearbeitet wird. Denn nicht Produkte und Produktionen - wie zum Beispiel Theateraufführungen oder Filme - verhindern lebendige Kreativität. Diese wird dort im Keim erstickt, wo die Angst vor formalem Ungenügen bewirkt, dass die Entwicklung der äusseren Form wichtiger wird als die Inhalte, die man vermitteln möchte. Spiel stirbt, wo szenische Arrangements und äussere Effekte aller Art die Kraft authentischer Darstellung dominieren.

Im Verlauf eines produktorientierten Probier- oder Probenprozesses sollen und dürfen sich Rollen und Szenen verändern und entwickeln. Die bewusste Auseinandersetzung mit dem Dargestellten und auch Kritik daran sind in diesem Falle unerlässlich. Der kreative Spielprozess kann so - im Interesse und zum Nutzen der Spielenden - sogar noch intensiviert werden. Oberstes Gebot für das Gelingen eines produktorientierten Spielprozesses ist aber, dass Authentizität und Glaubwürdigkeit der Darstellung erhalten bleiben und der spielende Mensch im Zentrum des Interesses steht.

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