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Was will der Film?

Der Pelikan befasst sich mit der These, dass die Grundsätze der Menschenrechte nicht natürliche Konsequenzen menschlichen Seins sind, sondern kulturelle Leistungen, die stetig von neuem erfunden und erkämpft werden müssen. Er erzählt eine Geschichte, in deren Verlauf deutlich wird, dass die individuelle Grundlage, die zu systematischem Machtmissbrauch und schliesslich auch zur Folter führt, nicht nur in einigen besonders abartigen, pervertierten Unmenschen vorhanden ist. Den "Tätern" eigen ist eine Persönlichkeitsstruktur, die sie zu unauffälligen, nützlichen und verlässlichen Mitgliedern der Gesellschaft macht. Ihre "sadistischen" Fähigkeiten stehen ihnen nicht ins Gesicht geschrieben. Sie handeln auf Grund von psychologischen Grundvoraussetzungen, die in allen Menschen vorhanden sind. Ob Einzelne diese Grundlagen grob missbräuchlich oder gar verbrecherisch einsetzen, ist unter anderem wesentlich eine Frage der gesellschaftlichen und politischen Kultur innerhalb derer sie tätig sind.

Im Pelikan werden solche grundsätzlichen Gedanken nicht explizit ausgeführt oder verkündet. Der Film erzählt einfach eine Geschichte und spricht die Zuschauenden gerade deshalb auf der emotionalen Ebene an. Dadurch wirkt er beklemmend und verunsichernd. Er erzeugt Betroffenheit. Als Zuschauer nehmen wir Einblick in eine Verhörsituation, in deren Verlauf die Grenze zwischen Macht und Machtmissbrauch verschwimmt. Denn der verhörführende Beamte zeigt in seinem Verhalten, dass sich Machtmissbrauch und sensible, kreative Menschlichkeit nicht gegenseitig ausschliessen müssen. Dies wirkt verstörend. Und genau an diesem Punkt zeigt sich das Potenzial des Films. Er kann und soll überall dort Betroffenheit auslösen und Diskussionen ermöglichen, wo Menschen mit dem vielschichtigen Thema in unkonventioneller Weise konfrontiert werden sollen.

Aufführungen
Darsteller: Jürg C.Maier / Moritz von Wyss
Kamera: Antonia Hersche / Azmi Baumann
Musik: Tomas Korber
Schnitt: Matthias Bürcher
Regie: Franz Dängeli
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